cms hat geschrieben:Get VTS Sectors fügt die Kapitelsprünge in die ifo ein.
Z.B. aus der CellTimes.txt.
Nein, mit den Kapiteln hat das nichts zu tun. Diese werden durch VOB-Units (VOBUs) bzw. durch VOB-IDs spezifiziert und müssen schon beim Authoring feststehen. Darum kann man auch nachträglich praktisch nicht mehr die Kapitelpositionen ändern, denn dazu müsste das Video neu geauthored (genau gesagt gemuxed) werden.
Wie der Name sagt, werden mit diesem Befehl die Sektorangaben korrigiert. Anders als der PC kümmert sich ein Standalone-Player überhaupt nicht um die Files und Namen der Files, sondern hangelt sich anhand von Sektornummern durch die Daten. Darum ist für ihn auch der Film ein einziger kontinuierlicher Datenstrom, selbst wenn er aus Sicht des Filesystems in mehrere VOB-Dateien zu je 1GB aufgesplittet ist. Darum kann man auch nicht einfach ein beliebiges Brennprogramm für Daten-DVDs nehmen, weil dieses die Dateien vermutlich in falscher Reihenfolge auf der DVD ablegen würde. Die DVD *muss* die Files in bestimmter Reihenfolge haben: Erst das VIDEDO_TS.IFO. Dort stehen die Querverweise (in Form von Sektoren) auf die ganzen anderen IFO-Files (VTS_xx_x.IFO) drin und dort wiederum die Sektorangaben in die VOB-Files. Für jede Sekunde des Films gibt es dort einen Querverweis, bei welchem Sektor diese Sekunde des Films beginnt. Nur so kann der Standalone-Player spulen, bzw. kann man jede beliebige Stelle des Films über eine Zeitangabe anspringen. Und die VOBs müssen selbstverständlich lückenlos hintereinander liegen. Darum gibt es bei den Brennprogrammen meist einen speziellen Modus "Burn Video DVD Structure" oder so ähnlich, der diese ganzen Bedingungen kennt und die Files in der korrekten Reihenfolge auf der DVD plaziert.
Was macht nun das Get VTS Sectors? Wenn man den Film authored, dann weiß der eigentliche Film gar nicht, wo er letztendlich auf der DVD stehen wird. Das hängt nämlich davon ab, ob noch weitere Filme dazu kommen, wie lang die Menüs sind usw. Ich mache mir z.B. mit IfoEdit oft DVDs mit mehreren Filmen. Den ersten Film authoren und dann die VTS_01_x.* in das endgültige Verzeichnis kopieren. Dann den nächsten Film authoren, in VTS_02_x.* umbenennen und in das endgültige Verzeichnis kopieren. Das Gleiche mit VTS_03, VTS_04, usw. Bis die DVD voll ist.
Dann nehme ich ein Programm, mit dem man einfache Menüs erzeugen kann (in meinem Fall Magix Video Deluxe) und generiere das Hauptmenü, also VIDEO_TS.*. Diese Dateien kopiere ich nun auch in das Zielverzeichnis. Erst jetzt ist klar, wie groß die DVD letztendlich ist und wo die einzelnen Dateien hinkommen. D.h. erst jetzt kann man die endgültigen Sektoren berechnen, also Get VTS Sectors aufrufen. Somit berechnet also IfoEdit schon jetzt, wo später die Daten auf der DVD stehen werden. Darum ist nun auch klar, warum eine Video-DVD nicht mehr funktionieren
kann, wenn das Brennprogramm die Dateien anders plaziert.
Kleiner Tipp: wenn man die DVD auf diese Weise aus einzelnen Filmen zusammenstellt, ist es einfacher, statt mit IfoEdit mit PgcEdit die Datenstrukturen zu bearbeiten. Dieses Programm ist deutlich komfortabler und erlaubt das Durchsimulieren der Menüs, Einfügen und Löschen von Bereichen, Editieren der Menübuttons, Programmierung der DVD-Befehle, und vieles mehr. Leider gibt es ein paar wenige Kleinigkeiten, die PgcEdit nicht kann, so dass man evtl. doch noch hin und wieder auf IfoEdit zurückgreifen muss.
Gruß,
Hagge